Wenn wir an Polycarbonat-/Lexanplatten denken, kommen uns als erstes Carports und Garagenüberdachungen in den Sinn. In den letzten Jahren hat sich das Material jedoch auch zunehmend als einer der Hauptbausteine der modernen monumentalen Architektur herauskristallisiert.
Mehrschichtplatten-Fassadensysteme integrieren ästhetisch den Fassadenrand ohne unnötige Zwischenprofile, was durch die Nut-und-Feder-Konstruktion der Platten ermöglicht wird. Das geringe Gewicht kann die Strukturen schlank und die Gebäude hoch und schlank machen. Die Transluzenz, aber nicht die Transparenz der Paneele lässt die Barriere zwischen dem Innenraum und dem Außenbereich verschwimmen. Ein großer Teil des natürlichen Lichts dringt in den Raum ein und lässt die Farbenpracht des Außenbereichs durchscheinen, aber gleichzeitig wird der Passant unbewusst in das Geschehen im Inneren der Architektur einbezogen. Deshalb wurde diese Art von Lösung bisher vor allem bei der Gestaltung von Lagerhallen, Turnhallen, wie der Erweiterung der Turnhalle der Grundschule Vižmarje – Brod durch das Architekturbüro Medprostor, oder nach dem Entwurf von Styria Architects, die Paneele zur Verbindung der Außentreppe eines Mehrfamilienhauses in Kamnice bei Maribor verwendet haben, eingesetzt.

Solche Materialien und Systeme werden auch erfolgreich bei der Renovierung älterer Lagerhäuser eingesetzt, um abgenutztes Glas zu ersetzen, das in der Vergangenheit häufig verwendet wurde. Der Ersatz ist energieeffizient, da der U-Wert des Systems bis zu 0,8 W/m2K erreichen kann.
Die deutsche Wohnarchitektur der Nachkriegszeit ist aufgrund eines Mangels an Materialien wenig energieeffizient. Als Günter Pfeifer und Annette Rudolf-Cleff ein Mehrfamilienhaus in Mannheim renovierten, verkleideten sie das Gebäude deshalb von außen mit 50 mm dicken Polycarbonat-Fassadenplatten. Der Raum zwischen der ursprünglichen Fassade und der Polycarbonat-Verkleidung mit einem speziellen Belüftungssystem wurde so zu einem Warmluftspeicher. Das renovierte Gebäude kann es in puncto Energieeffizienz problemlos mit der Passivbauweise aufnehmen.

Polycarbonat ist ein nachhaltiges Material. Es ist widerstandsfähiger als Glas, UV-stabil und schwer zu verbrennen. Am Ende seiner Lebensdauer, in Jahrzehnten, ist es vollständig recycelbar.
Die raffinierten Aluminiumprofile, mit oder ohne Thermoelement, sorgen für ein hohes ästhetisches Niveau und eine lange Lebensdauer einer solchen Architektur.
Fassadensysteme aus Polycarbonat sind funktional, effizient und ästhetisch. Die Auswahl an Farben und Farbkombinationen lässt unzählige kreative Ideen zu.

